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Im Jahre 1935 fanden sich einige dem Frohsinn
zugetane Frauen zusammen und gründeten innerhalb der
Großen Erpeler Karnevalsgesellschaft (GEK) den Erpeler
Möhne-Club. Nach dem zweiten Weltkrieg trennten sich
die Möhnen von der GEK und wurden ein eigenständiger
Verein. In einem alten Protokollbuch, geführt ab 1936,
sind folgende Mitglieder aufgezeichnet, die sicherlich die
Gründerinnen des Vereins waren:
Frau Christine Feldens
Präsidentin
Frau Stefanie Weißenfeld
Frau Grete Niedecken
Frau Klara Lütz
Frau Lina Becker |
Frau Fina Harth
Frau Grete Böhmer
Frau Katharina Rick
Frl. Franziska Böhmer (Krahe)
Frl. Maria Hamacher |

1938 - Möhnensitzung
(dieses und die folgenden s/w-Fotos entstammen der Festschrift
der GEK)
Die Protokolle wurden von Frau Maria Feldens
über viele Jahre in gekonnter Weise geführt.
Das alte Protokollbuch ist heute in Verwahrung
der Gemeindeverwaltung zur Erforschung der Erpeler Heimatgeschichte.
Ein neues, in Leder gebundenes Protokollbuch, wurde 1958 von
Maria Feldens mit folgender Eintragung begonnen:
"Übertrag aus dem alten Buch,
welches von den Amerikanern zerrissen wurde.
1948, am 5. Februar, wurde mit 8
Möhnen die erste Weiberfastnacht nach dem Krieg gefeiert.
Die anderen Möhnen waren nicht anwesend, weil ihre Angehörigen
noch nicht aus dem Krieg zurückgekehrt waren. Kaffee
und Kuchen mussten mitgebracht werden, ebenso zu den Veranstaltungen
1949 und 1950. Der Elferrat war wieder vollständig unter
der Präsidentin Steff. Weißenfeld und der Obermöhn
Christine Feldens. Endlich 1951 konnten die Frauen im Saal
wieder mit Kaffee und Kuchen bewirtet werden. ..."
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Auszüge
aus der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum der
GEK im Jahre 2005
Möhne-Club
Erpel
Bereits seit Jahrzehnten beteiligten sich Frauen und Mädchen
an vielen Erpeler Festlichkeiten und auch bei den Karnevalssitzungen,
allein und in Gruppen. Eine dieser Frauengruppen ist aus den
früheren Winzerinnen und Jötfrauen entstanden. Diese
beteiligte sich schon seit einiger Zeit bei den verschiedensten
Erpeler Veranstaltungen, z.B. bei den Winzerfesten und Winzerzügen,
bei den Karnevalssitzungen, beim Straßenkarneval und
bei den Karnevalsumzügen. Denn auch die Erpeler Weiblichkeit
stand in Fröhlichkeit und Narretei den Männern nicht
nach. Vielerorts im Rheinland hatten die Frauen bereits eigene
Karnevalsvereine gegründet, und mit dem Weiberdonnerstag
war ein Tag für die Frauen im Karneval reserviert. Hieraus
wurde im Jahre 1935 der Erpeler Möhne-Club gegründet.
Unter der ersten Präsidentin Grete Niedecken veranstalteten
sie ihren Weiberdonnerstag und beteiligten sich an allen Karnevalsveranstaltungen.
Zur Finanzierung ihrer Aktivitäten zogen sie kostümiert
mit großer Trommel, Teufelsgeige und einem angeketteten
Strohbär durch den Ort und sammelten.

Festwagen für die Präsidentin
Gret Niedecken
Ein bedeutendes Jubiläum feierten
in der Session 1985 unsere Erpeler Möhnen
In einer Festschrift wurde die 50-jährige Geschichte
des Schwestervereins der GEK umfangreich gewürdigt. Einige
Auszüge sind auch in diese Chronik des Erpeler Karnevals
übernommen worden, denn inzwischen ist der Schwerdonnerstag
oder "Möhnedaach" fester Bestandteil des Erpeler
Karnevals geworden. Obermöhn war im Jubliäumsjahr
Maria Raaf. Sie führte viele Jahre lang den Möhne-Club
Erpel. Sie war eine hervorragende Büttenrednerin, die
das Dorfgeschehen im traditionellen Protokoll in Reimform
auf Korn nahm. In dieser Funktion wurde sie später abgelöst
durch den "Dorfspion" Irene Feldens, die ihr in
nichts nachstand, wenn es darum ging, in der Bütt bisher
noch nicht bekannte "Untaten" Erpeler Bürgerinnen
und Bürger diskret an die Öffentlichkeit zu bringen.
Die Obermöhn wurde unterstützt von ihrer Stellvertreterin
und späteren Nachfolgerin Christine Sieberz, die immer
wieder neue fantastische Kostüme für die Auftritte
der Möhnen entwarf und selbst schneiderte. Dem Vorstand
gehörten weiter Gerda Ruland und Elisabeth Noll an, und
zu den aktiven Möhnen zählten im Jubiläumsjahr
noch Cilli Schneider, Leni Rosen, Martha Bender, Trude Eberweiser,
Renate Wachter, Ingrid Monschau, Mechtild Schüler, Doris
Hopp, Änne Stolte, Lisbeth Stockhausen, Agnes Wambach
und Franziska Krahe, die die Auftritte bei der Möhnesitzung
als Nummergirl ankündigte, womit sie den Saal bereits
zum Toben brachte. Für "et Krahs (bzw. Böhmisch)
Ziska" war 1985 auch ein persönliches Jubiläum,
denn sie gehörte bereits 1935 zu den Gründermöhnen.
nach oben
Festschrift zum 50-jährigen
Jubiläum des Möhnen-Club Erpel


von links nach rechts stehend:
Elisabeth Noll, Leni Rosen, Martha Bender, Trude Eberweiser,
Renate Wachter, Ingrid Monschau, Mechtilde Schüler, Doris
Hopp, Änne Stolte, Lisbeth Stockhausen, Agnes Wambach
sitzend: Christine Sieberz, Franziska Krahe,
Obermöhn Maria Raaf, Cilli Schneider, Gerda Ruland
Grußwort
des Schirmherrn und Ortsbürgermeister von Erpel
Zum 50-jährigen Bestehen sage ich dem Erpeler Möhne-Club
meine herzlichen Glückwünsche.
Im Jahre 1935 fanden sich in Erpel einige besonders karnevalsfreudige
Frauen, um zunächst innerhalb der Großen Erpeler
Karnevalsgesellschaft den Erpeler Möhne-Club zu gründen.
Nach dem 2. Weltkrieg etablierten sich die Möhnen zu
einem selbständigen Verein. Der Möhne-Club ist aus
dem Erpeler Vereinsleben, insbesondere dem Karnevalsgeschehen,
nicht mehr wegzudenken. Er hat große Verdienste daran,
dass Erpel zu einer Hochburg des rheinischen Karnevals wurde.
Besonders an ihrem höchsten Feiertag, der Weiberfastnacht,
geht es in Erpel hoch her. Wenn die Möhnen am Weiberfastnacht
einladen, ist der Saal brechend voll.
Mit Freude und Stolz können alle Aktiven von 1935 bis
heute auf 50 erfolgreiche Jahre zurückblicken. .Die Jubiläumssession
gibt mir besonderen Anlaß, dem Möhne-Club mit all
seinen Aktiven ein herzliches Wort der Anerkennung und vor
allem des Dankes zu sagen. Des Dankes dafür, dass alle
Aktiven in diesen 50 Jahren der Erpeler Bevölkerung so
viel Freude gespendet haben.
Dem Möhne-Club gelten zum 50-jährigen Jubiläum
meine herzlichen Glückwünsche. Ich hoffe, dass Erfolg
und Spaß an der Freud den Erpeler Möhne-Club auch
weiterhin begleiten.
Mit herzlichem Gruß und Erpel Alaaf
Heinrich Schwarz
Grußwort
des Präsidenten der Großen Erpeler Karnevals-Gesellschaft
(GEK)
Unser herzlicher Glückwunsch gilt dem Erpeler Möhne-Club
zum 50-jährigen Bestehen.
Anfangs eine Gruppe innerhalb der GEK, wurden die Erpeler
Möhnen nach dem Zweiten Weltkrieg ein selbständiger
Verein. Eine gute Zusammenarbeit verbindet jedoch auch heute
noch beide Vereine, deren gemeinsames Ziel es ist, durch herzlichen
Humor und echt rheinischen Frohsinn ihren Mitbürgern
Freude zu bereiten.
So ist der "Schwerdonnerstag" alljährlich ein
Höhepunkt in der Karnevalssession.
"Unseren" Möhnen wünschen wir weiterhin
viel Spaß an der Freud'!
Mit einem herzlichen Gruß und Erpel Alaaf
Edgar Neustein
Grußwort
der Obermöhn
Ein herzliches Willkommen sage ich hiermit allen Gästen,
die unsere Veranstaltung am Weiberfastnacht besuchen. Jedes
Jahr aufs neue war es unser Bestreben, ein tolles Programm
aufzustellen, um damit die Tradition weiter zu führen.
Auch die Kriegsjahre sind nicht ganz spurlos vorüber
gegangen. Aber die Frauen fanden den Humor wieder und in echt
rheinischer Fröhlichkeit wurde so das Ziel des heutigen
50-jährigen Jubiläums erreicht. Danken möchte
ich unserem Ortsbürgermeister Heinrich Schwarz für
seine Schirmherrschaft sowie Altbürgermeister Herrn Heinz
Schmitz für die Mitgestaltung dieser kleinen Festschrift.
Zur karnevalistischen Brauchtumspflege möge der Erfolg
auch weiterhin ein guter Begleiter für die kommenden
Jahre sein.
Mit einem herzlichen Erpel Alaaf
Maria Raaf
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50-jähriges
Jubiläum der Erpeler Möhnengruppe!
Wenn im alten Protokollbuch in der Zugordnung für das
Jahr 1936 unter Punkt 8 vermerkt ist: "Schild - No Erpel
kütt Kölle" und Punkt 10 "Schild - Rattenvertilgung
in Erpel" und schließlich unter Punkt 11 "Rattenfänger
mit Ratten", dann beleuchtet dies einmal mehr, aus welcher
Atmosphäre, ja aus welcher Grundstimmung heraus die Erpeler
Frauenwelt sich damals dem Karneval verschrieben hat. Gewiss,
es waren nicht alle Frauen und Mädchen, die sich damals
von der Narretei begeistern ließen. Aber ein kerniger
Grundstock, zumeist Angehörige alteingesessener Erpeler
Familien, verspürten den Instinkt ihrer Ahnen, die selbst
in schwierigen Zeiten den Sinn für den rheinischen Frohsinn
stets bewahrt hatten.
Die Gründung der Erpeler Möhnengruppe
hatte nämlich ihre Vorgeschichte. Jahrhundertelang lebte
die Bevölkerung am Fuße des mächtigen Rheinfelsen,
der Erpeler Ley, von einem mehr oder weniger ertragreichen
Weinbau. Seit der Jahrhundertwende ging der Weinbau durch
die aufkommende Industrialisierung und die zerstörenden
Rebkrankheiten auch in Erpel stark zurück.
Es blieb zwar zweiterhin noch ein bescheidener Weinanbau erhalten;
man sah auch hierzulande noch lange Winzer und Winzerinen
an den Abhängen des jetzigen Ortsteils Hohenerpel, insbesondere
im Weinviertel, bei ihrer schweren Arbeit. Aus der alten Tradition
wurden bis in unsere Zeit die Winzerfeste gefeiert. Erpel
- als ein bekanntes Rotweinanbaugebiet feiert alljährlich
das Wein- und Winzerfest. Hier sah man jahrzehntelang noch
großartige Winzerzüge, bei denen die Grppen der
Winzerinnen und Jötfrauen auch später noch dem Winzerstand
unserer Altvorderen symbolhaft nacheiferten. Aus diesen Gruppen
bildeten sich schließlich lockere Frauengemeinschaften,
die sich auch bei sonstigen örtlichen Veranstaltungen
gerne beteiligten.

1928 Start des Narrenzuges auf
dem Erpeler Markplatz
Die Erpeler, schon immer den Schalk im
Nacken, waren für den immer mehr aufkommenden Straßenkarneval
geradezu prädestiniert. Männer, Frauen und Jugendliche
zogen an den Karnevalstagen - in zahlreichen lustigen Kostümierungen
- singend und lachend durch die alten Dorfstraßen; jederzeit
zu Ulk und Schabernack bereit. Durch die die Jahrhundertealte
Zugehörigkeit zu Kurköln und der starken kulturellen
und gesellschaftlichen Verbundenheit Erpels zu der Domstadt
übertrugen sich auch die Pflege alter Bräuche, insbesondere
auch der "Fastelowend" immer mehr auf die Erpeler,
die schon immer zu den rheinischen Frohnaturen zählten.
So nahmen auch die Frauen und Mädchen schon bald am Karneval
teil, sei es bei Maskenbällen oder auch beim Straßenkarneval.
Zu einer festen karnevalistischen Frauengemeinschaft - hier
im Kölner bzw. Erpeler Dialekt "Möhnengruppe"
genannt, kam es allerdings erst 1935; ein Protokollbuch wurde
erst ab 1936 geführt.
Dieses alte Protokollbuch, ein großformatiges
Buch - Foliioformat in der Größe 27 cm x 40 cm
- liegt uns, zwar stark ramponiert, vor.' Es ist wahrhaft
ein Kleinod in der Geschichte der Erpeler Möhnen, aber
auch ein echtes Dokument der Heimatgeschichte Erpels im Zeitraum
eines halben Jahrhunderts.
Es beginnt unter dem 20. Februar 1936
mit folgenden Eintragungen:
Seite 1
Bekanntmachung! Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass jeder
der den Zug mitmacht sich den Anordnungen der Polizisten zu
unterordnen hat. Der Elferrath - 20. Febr.1936
Präsidentin:
Frau Christine Feldens
Elferraht:
Frau Stef. Weißenfeld
Frau Gret. Niedecken (Vorjähr. Präsidentin)
Frau Klara Lütz
Frau Lina Becker
Frau Fina Harth
Frau Gret. Böhmer
Frau Katr. Rick
Frau Maria Feldens
Frl. Ziska Böhmer
Frl. Maria Hamacher
Zermonien Meister Frau Grete Simons
Seite 2
20. Febr. 1936 - Bekanntmachung!
Der Weg des Zuges:
Markt antreten, Dickgasse 159 - Präsidentin abholen,
Dickgasse runter, am Hotel vorbei, am Rhein vorbei bis zur
Brücke, Bahnhof, durch Erpel zum Neutor, über Grabenstraße,
Markt, Kirchgasse runter am Rhein vorbei, Frongasse herauf,
herein zum groben Wirt.
Zugordnung:
1. Schild: Weiberfastnacht 1936
2. Tambormajor
3. Musikapellle
4. Kaffemühle
5. Gruppe Möhnen 4 Reihen zu drei
6. Schild: Reitende Küchenmädchen zu Foss
7. Pferde für den Wagen der Präsidentin
8. Schild: (No Erpel kütt Kölle)
9. Gruppe Möhnen 4 Reihen zu 3
10. Schild: (Rattenvertilgung in Erpel)
11. Rattenfänger mit Ratten
12. Die weiße Domtaube
13. Gruppe Möhnen
14. Schilderverteilung
(Die vorstehenden ersten Eintragungen
im alten Protokollbuch wurden hier im Original [auch im Erpeler
Dialekt = Kölsch Platt] wiedergegeben. Dickgasse
159 war die Wohnung der ersten Präsidentin, Frau Christine
Feldens Hotel = ehemaliges Hotel Weinberg am Rhein
- Dickgasse war die heutige Marktgasse Brücke
= ehemalige Rheinbrücke Erpel-Remagen Grober Wirt
= der Inhaber des früheren Restaurant Rheingold
Foss = Fuß)
Die Eintragungen auf den ersten beiden
Seiten des alten Protokollbuches sind anonym der Urheber
unbekannt. Sie sind besiegelt mit dem Rundstempel der Großen
Erpeler Karnevalsgesellschaft. Dadurch soll die enge Verbindung
mit der GEK herausgestellt werden.

1937 Möhne-Club Erpel als
Holländerinnen
Dann folgen bis zum Jahre 1938, also in
drei Jahren, auf 14 Seiten dieses Folianten nur einigemale
durch Bekanntmachungen des Elferrats unterbrochen wahre
Fleißarbeiten der Protokollarin Frau Maria Feldens,
die alle lustigen Begebenheiten, zuweilen aber auch weniger
ulkige Geschichten aus der Dortgemeinschaft, insbesondere
von Geschichten der Mitkarnevalisten und deren Ehegesponste
im Laufe des letzten Jahres gesammelt und fein säuberlich
in den Protokollen festgehalten hat. Es waren keine Protokollniederschriften
im herkömmlichen Sinne, sondern in Versform und im Erpeler
Platt gehaltene Büttenreden, die am Wiewerfastelowend
(Schwerdonnerstag) aus der Bütt offen proklamiert wurden.
Dies wird untermauert durch die Protokollarin selbst, die
unter jedem dieser Protokolle schriftlich festhielt:
Alaaf Erpel den (Datum), Vortragende und
Verfasserin Frau Maria Feldens. Ihr der geborenen Kölnerin,
die so manche schöne Erinnerung aus den ersten 30 Jahren
der Erpeler Möhnengruppe wachgehalten hat, sollte man
auch beim 50-jährigen Jubiläum dieser fröhlichen
Gruppe einmal dankbar gedenken. Sie war schon eine echte rheinische
Frohnatur, die es immer wieder verstand, die witzigen Vorkommnisse
in der Gruppe oder auch in der Dorfgemeinschaft im karnevalistischen
Geiste zu karikieren. Mit ihrem unverwechselbaren Kölner
und Erpeler Dialekt fand sie bei den Möhnen - aber auch
bei den Männern - stets riesigen Beifall. In den Protokollen
begegnet man immer wieder alten, heute fast vergessenen Ausdrücken,
die vor hundert Jahren die Sprache unserer Ahnen war. Es würde
sich schon lohnen, die vielseitigen Anekdoten, Späße
und geistreichen Einfälle in einem Dorfabend einmal vorzutragen.
Es ist zwar eine schlichte, aber echte und schöne Dorfkultur,
die auch die Jugend beflügeln könnte. Das alte Protokollbuch
ist nicht nur museumsreif; es wäre - im Heimatmuseum
deponiert - ein unersetzliches Dokument für die Erforschung
der Erpeler Heimatgeschichte.

Prunksitzung 1949 Die Möhnen
geschlossen vor der Bühne
Das stark lädierte erste Protokollbuch
der Erpeler Möhnen wurde im Jahre 1958 mit einerletzten
Eintragung geschlossen. An Stelle des alten Protokollbuches
wurde nunmehr ein kleineres, in Leder gebundenes Protokollbuch
geführt. Hier war es wieder die alte Protokollarin, Frau
Maria Feldens, die das neue Protokollbuch mit den Eintragungen
aus der Gründungszeit (Datum vom 20. Februar 1936 ) begann.
Am Kopf der ersten Seite des neuen Buches
steht die mehr als ortsgeschichtlich bedeutsame Präambel:
"Übertrag aus dem alten Buch,
welches von Amerikanern zerrissen wurde"
Im alten Protokollbuch sind mit einer
Unterbrechung von 1939 bis 1948 (2. Weltkrieg) weiterhin alle
Erlebnisse für die jährlichen Büttenreden von
Frau M. Feldens festgehalten. Seit 1948 ist jedoch, ungeachtet
der weiteren Eintragungen im alten Protokollbuch, das neue
Buch maßgebend.
In den in den ersten Jahren nach 1948
geführten Protokollen sind keine Büttenreden mehr
enthalten. Hier wurden nur die Termine, die Namen der Mitwirkenden
und die Sitzungsprogramme sowie besondere Vorkommnisse festgehalten.
Hier einige Kostproben:
1948 = am 5. Februar 1948 wurde die erste Weiberfastnacht
gefeiert, Kaffee und Kuchen sind selbst mitzubringen. Im Elferrat
waren 8 Möhnen anwesend, die anderen haben noch gefehlt,
weil ihre Angehörigen noch nicht da waren !
1949 = zur Kappensitzung ebenfalls Kaffee und Kuchen selbst
mitbringen.
1950, ebenfalls Kaffee und Kuchen mitbringen, die Möhnen
als Türken in neuen Kostümen durch eine Sammlung.
Der Elferrat wieder vollständig, Präsidentin Steff.
Weißenfeld, Obermöhn Christ. Feldens, Protokoll
Maria Feldens, Funkenmariechen Marie Becker. In der Karnevalsgesellschaft
angeschlossen, "Zirkus ist die Ganze Welt!"
|

50er Jahre Die Möhnen
Elisabeth Harth, Franziska Krahe, Susi Schleiden, Maria
Feldens mit Bär und Bärenführerin Katharina
Lütz |
|
1951 brachte die Erlösung:
"Kaffee und Kuchen kann man im Saale wieder kaufen!"
Nun ging es auch bei den Möhnen
wieder aufwärts, wie dies aus vielseitigen Eintragungen
im Protokollbuch bis auf den heutigen Tag nachzulesen
ist. Es würde zu weit führen, das Vereinsleben
der Erpeler Möhnen im Rahmen dieser Festschrift
in den 50 Jahren ihres Bestehens umfassend festzuhalten.
Nachstehend sollen dennoch einige
Besonderheiten dieser Möhnengruppe, soweit sie
aus den Protokolleintragungen ersichtlich sind, herausgestellt
werden. Geführt wurde bzw. wird die Gruppe auch
heute noch von einem Präsidium (Präsidentin,
Obermöhn, Stellv. Obermöhn). Wir entnehmen
den Eintragungen in chronologischer Reihenfolge: Präsidentin
Frau Grete Niedeggen, Frau Christine Feldens, Frau Stefanie
Weißenfeld, Frau Kentenich, Frau Karin Schuster
und Fräulein Anny Broicher. Seit dem Jahre 1969
steht ununterbrochen Frau Maria Raaf als Obermöhn
an der Spitze der Erpeler Möhnengruppe. In den
Jahresberichten wurden auch jeweils der Karnevalsprinz
der laufenden Session im Protokollbuch vermerkt. |
Aus den Mitgliederbewegungen ist zu ersehen,
dass es sich bei der Möhnengruppe stets um eine geschlossene
Gemeinschaft gehandelt hat.
Illustrationen verschiedener Art, insbesondere
Bilder der jeweiligen Karnevalsprinzen, aber auch Zeitungsausschnitte
erweitern seit 1971 das Protokollbuch. Als leuchtende Vorbilder
unter den Alt-Aktiven glänzen noch heute die Namen: Stefanie
Weißenfeld (Ehrenpräsidentin), Frau Christine Feldens,
Frau Grete Niedeggen (Fassbenders Gret.), Lina Becker (Hdeiels
Lina), Frau Fina Harth, Frau Grete Böhmer, die zu den
Gründungsmitgliedern zählten und inzwischen verstorben
sind. Von den Gründerinnen leben noch: Frau Klara Lütz,
Frau K. Rick, Frau Franziska Krahe (damals Frl. Ziska Böhmer),
Frl. Maria Hamacher.
Heute haben die Möhnen wieder einen
Stamm großartiger Idealisten, die unter der Leitung
der Obermöhn, Frau Maria Raaf, die großartige Tradition
der Möhnengruppe weiterpflegen. Drei der heutigen aktiven
Möhnen wurden für ihren vorbildlichen Einsatz in
der Pflege der Ortskultur mit dem Heimatorden "Alt Erpilla"
ausgezeichnet, und zwar: Frau Franziska Krahe geb. Böhmer
(1973), Frau Cilli Schneider geb. Schopp (1976) und Frau Elisabeth
Noll geb. Mann (1983).
Der Rückblick auf die Geschichte
der Erpeler Möhnen wäre unvollkommen, wenn nicht
auch einmal die sonstigen Aktivitäten dieser weiblichen
Karnevalsgruppe erwähnt würden. Zur Finanzierung
lassen die Möhnen am Karnevalsdienstag den "Bären
tanzen". Die Einnahmen fließen in die Kasse. Beim
Wein- und Winzerfest beteiligen sich die Mitglieder dieser
Gruppe als Winzerinnen. Verschiedentlich betrieben die Möhnen
auch Stände für den Verkauf von Reibekuchen, die
selbst hergerichtet wurden. Trotz des hervorragenden Geschmacks
landeten die zeitweise im Post-Briefkasten, wenn den Weinseligen
am Abend der Geschmack vergangen war.
Die vielseitigen Darbietungen am Schwerdonnerstag,
aber auch bei den Sitzungen der GEK und den Karnevalszügen
sind besonders zu erwähnen. Holländerinnen und sonstige
internationale Gruppen wie Schwedenmädel waren sehr beliebt.
Tiroler Schuhplattler, ein chinesischer Laternentanz, Indianertänze,
Negergruppen, ein Bäckerjungen- und Zuckerpuppentanz
zu Ehren des Prinzen Matthias Harth, sind nur einige der unzähligen
Gruppendarbietungen, die durch originelle Solotänze immer
wieder ergänzt wurden. Unerschöpflich sind die Namen
der mitwirkenden Möhnen, die im Protokollbuch festgehalten
und späteren Generationen als leuchtende Vorbilder dienen
sollten.
Auch die gemeinsamen Ausflüge waren
stets unvergessliche Erlebnisse, die unsere Möhnen zu
den schönsten Ausflugszielen an Rhein, Ahr, Mosel, Westerwald
und Eifel führten. Das Millowitsch-Theater in Köln,
aber auch das Bundeshaus in Bonn durften natürlich bei
den Ausflugszielen nicht fehlen.
Typisch für die Möhnen ist auch die mehrfache Teilnahme
an Kölner Veedelszüch (Viertelszügen), zwei
Auftritte bei der Düsseldorfer Karnevalsgesellschaft
"Düssel-Narren e. V." in Düsseldorf, zuletzt
in Begleitung des Erpeler Prinzen, des Karnevalspräsidenten
und der Obermöhn.
Dieser Jubiläumsbericht kann nur
eine kurze Rückschau in die Vergangenheit sein, ein Kurzbericht
über die Geschichte der Erpeler Möhnen. Dabei konnten
die vielseitigen Erlebnisse, die ungezählten gemütlichen
Stunden, auch die Ausflüge in die nähere Umgebung
sowie die Teilnahme an Veranstaltungen in Nachbargemeinden
in diesem kurzen Überblick leider nicht berücksichtigt
werden. Die gemeinsamen Nachmittage und die abendlichen Zusammenkünfte,
bei denen auch die Kostüme für die nächste
Karnevalssession geschneidert wurden, waren und sind die Brutstätten
echter dörflicher Gemeinschaften, bei denen natürlich
- außer in Notzeiten - Kaffee und Kuchen stets eine
unverzichtbare Rolle spielten. Gerade diese örtlichen
Zusammenkünfte und das damit geförderte Zusammengehörigkeitsgefühl
der Erpeler Möhnen ist neben der Pflege von Freude und
Frohsinn ein weiteres Positivum - ja eine weitere Säule
der Grundelemente solcher auch heute noch notwendiger freiwilligen
Gemeinschaften.
Am Schluss dieser Essay sollte die alljährliche
Eröffnung des Hochfestes der Möhnen, der "Weiberfastnacht"
in Erpel, als unumstößliches Markenzeichen unserer
urwüchsigen Möhnengruppe nicht unerwähnt bleiben,
zumal die Teilnahme an dieser "Matinee des Volkshumors"
ganz der Eigenart unserer Möhnen entspricht.

In der Frühe dieses Morgens sammeln
sich die Unentwegten der Möhnen, in weiße Bettlaken
gehüllt und zur Unkenntlichkeit maskiert oder bemalt,
in einem Sammellager im Ortsteil Hohenerpel. Neben einem erfrischenden
Kaffeetrunk ziehen sie mit ihren Lärmgeräten, Kochkessel
und Deckel und mit der "decke Tromm" (Dicke Trommel),
gleich einem Geisterzug durch das Dunkel der Nacht zum allgemeinen
Wecken. Dabei werden besonders der jeweilige Prinz, der Präsident
der Großen Erpeler Karnevalsgesellschaft, der Vereinswirt
u. a. unsanft aus dem Bett getrommelt. Aber auch der Vertreter
der Gemeindeverwaltung muss alljährlich dran glauben.
Mehr als 20 Jahre ist dies den Chronisten dieses Berichts
widerfahren. Möge meinem Nachfolger diese "Qual
der Freude" in den nächsten Jahrzehnten nicht erspart
bleiben. Schon höre ich den blechernden Alaaf-Ruf über
Hohenerpel dröhnen.
Ziska haut wieder auf die Pauke
..
Heinz Schmitz
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Allen Verstorbenen des Möhne-Club
gedenken wir herzlich
Der Vorstand der
Möhnen im Jubiläumsjahr:
Obermöhn: Maria Raaf
stellv. Obermöhn: Christine Sieberz
I. Kassiererin: Gerda Ruland
II. Kassiererin: Elisabeth Noll
Herausgeber:
Möhne-Club Erpel
Verantwortlich für den Inhalt:
Maria Raaf
Schriftleitung: Heinz Schmitz
Druck: Hausendruck Kasbach
Humor ist nicht
erlernbar.
Er setzt Herzensgüte,
Geist und Witz voraus.
Deswegen ist
er so selten.
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Gemeinsames
Lied
Die Männerzucht
Melodie: Kling kling Walzer
1. Gegrüßt
Ihr Fraun und Mädchen hier
Bei den Erpeler Möhnen
Heute feiern Fastnacht wir
Drum vergeßt das Stöhnen
Wenn auch hier das zart Geschlecht
Das Kommando führt
Gern den Mann ich sehen möchte
Der heut nicht pariert - Tra la la la la la
Refrain:
Hier bei den Möhnen
Meiden wir heut'
Klagen und Stöhnen
Maachen uns Freud
Basen und Täntchen
Jubeln heut auf
lassen das Männchen
heut hübsch zu Haus
2. Hört
wir geben euch den Rat,
Erzieht euch eure Männer
Dass sie klopfen ihren Skat
Duldet das nicht länger
Morgens wenn die Hähne krähn
Tut den Mann gleich wecken
Sagt er habe aufzustehn
Raus dann aus dem Bette - Tra la la la la la
Refrain!
3. Er macht
Feuer, wischt und fegt
Putzt die Schuhe alle
Bringt die Brötchen fein belegt
Dir an Deine Falle
Magst du aufstehn dann um zehn
Bringt er die Pantoffeln
Spült die Kaffeetassen schön
Und schält dann Kartoffeln - Tra la la la la la
Refrain!
4. Wenn
er alles dies getan
Wie wir's eben wünschen
Solch ein Muster-Ehemann
Schaukelt auch gern Kindchen
Deshalb seid ganz ohne Sorg
Er wird sich dran gewöhnen
Und den Zucker für den Storch
Stiften dann die Möhnen - Tra la la la la la
Refrain!
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1999 Prinzessin
und Spion
So manches Geheimnis hat Irene
Feldens () in den letzten Jahren als Dorfspion gelüftet,
in eigener Sache jedoch blieb sie verschwiegen, bis sie als
neue Tollität für die Session 1998/99 vorgestellt
wurde. Sie löste damit Jubelstürme beim Publikum
aus, und ihr Motto "Mit dem Dorfspion am Ball feiert
ganz Erpel Karneval" zeigte, dass sie auch als Prinzessin
Irene I. ihren originellen Humor nicht unter den Scheffel
stellen würde. So waren bei der Sitzung alle Gäste
bald in bester Stimmung. Auch
die Erpeler Möhnen gaben für ihr langjähriges
Mitglied ihr Bestes mit einem herrlich dargebotenen "Zirkus
Möhnelli".
 
Als der närrische Karnevalszug
sich durch die engen Gassen schlängelte, waren wieder
viele fantasievolle Kostüme zu entdecken. Besonders auf
die Tollität abgestimmt kamen die Mitglieder des Brauchtumsvereins
"Freunde des Erpeler Weinfestes" als "Internationale
Spione", unter denen sogar Pater Brown und die sagenumwobene
Mata Hari zu entdecken waren. (Auszug
aus der Festschrift der GEK)
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zu Möhnen/Über uns
2001: Loss
mer jubiliere 66 Jahre Möhne-Club Erpel
Die
Möhnen beweisen an ihrem höchsten Feiertag eine
unglaubliche Kondition. Bereits lange vor der Morgendämmerung
sind sie in einem Geisterzug unterwegs, um die örtliche
und die karnevalistische Prominenz zu wecken.
Dass dabei nicht nur Kaffee und Milch getrunken wird ist klar,
aber durch ein Frühstück beim jeweiligen Prinzen
wird der Alkohol dann wieder kompensiert, denn es steht ja
am Nachmittag die Möhnesitzung auf dem Programm, und
die wird fast ausschließlich mit den eigenen Kräften
gemeistert. Für die Erpeler
Tollitäten ist der abendliche Einzug in einen in Höchststimmung
gebrachten Festsaal immer einer der unvergesslichen Höhepunkte
der Session. Am Karnevalsdienstag treiben die Möhnen
dann den Bär durchs Dorf, dabei sammeln sie das für
die Durchführung ihrer Veranstaltung nötige Kleingeld.
Aber auch außerhalb der Session
sind die Möhnen immer eine Gemeinschaft mit großem
Zusammenhalt, und wenn abends aus einer Gaststätte das
Lied erklingt: "Un wä am Daach sing Pflich jedonn,
darf ovens eine trinke jonn", dann weiß jeder,
"de Möhne sen unnerwägs". (Auszug
aus der Festschrift der GEK)

von links nach rechts: Helga Bender,
Lieselotte Krupp, Margarethe Kotthoff, Martina Wilsberg, Gerda
Ruland, Annelie Busse, Heike Schlüter, Uschi Krüger,
Barbara Siebert, Ulla Schleiden, Tracey Wilson, Christine
Sieberz, Inge Dümpelfeld, Doris Hopp, Thea Ott
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Die Möhn
ein Gedicht von Hans Nobel, bekannter Koblenzer Karnevalist
Man hört zurzeit so allerhand –
von Karneval in Stadt und Land.
Sie kommen von Norden, Süden und Westen,
um unsere Fastnacht zu testen.
Man kann die Frage der Fremden versteh’n:
„Was ist denn dran so an 'ner Möhn?“
Ich kann ihnen Antwort geben:
Möhnen sind Wesen, die nur an Schwerdonnerstag leben.
Mal tragen sie Masken – mal tragen sie keine,
sie singen, sie tanzen und schwingen die Beine,
mal sind sie hübsch, mal sind sie zum lachen,
mal sind sie bös’ wie alte Drachen,
mal sind sie herzlich und lieben die Männer,
mal sind sie frech und nennen sie Penner,
mal sind sie voll Schwung und Elan,
mal ziehen sie dahin, wie ein sterbender Schwan,
mal sind sie älter und sehr erfahren,
mal sind sie naiv und jung an Jahren,
mal sind sie schlank oder etwas runder,
mal sind sie ein Märchen und mal ein Wunder,
denn so eine Möhn ist nett und schlau –
drum allen Möhnen ein dreimal HELAU!!!
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Aus Wikipedia (die rot markierten Begriffe verweisen auf externe Links):
Möhnen werden im kölnisch geprägten rheinischen Karneval die närrischen Weiber genannt. Das Wort ist zwar kein plurale tantum im eigentlichen Sinne, wird aber fast ausschließlich in der Mehrzahl gebraucht - vermutlich deshalb, weil sie nahezu ausnahmslos in Gruppen auftreten. Dennoch sind die wenigsten Möhnengesellschaften tatsächlich eingetragene Vereine, und die wenigsten von ihnen haben einen Vorstand. Nahezu jede Möhnengesellschaft hat allerdings eine "Obermöhne".
Obermöhne
Die Obermöhne ist die Präsidentin des Damenkomitees. Das Wort "Obermöhne" mag für nichtrheinische Ohren fast beleidigend klingen - im Rheinland ist sie aber keinesfalls negativ besetzt, im Gegenteil: Sie verkörpert im Karneval die frauliche, gemütsvolle, bodenständige Rolle, die mitten im Leben steht und wortgewandte Speerspitze der Damenkomitees ist.
Wortherkunft
Das Wort "Möhne" kommt von "Muhme" und bezeichnete im westmitteldeutschen Sprachraum bis etwa 1880 eine weibliche Verwandte von Mutterseite. Vielfach verstand man aber auch unter einer Möhne eine ältere verheiratete Frau in dunkler Kleidung mit Kopfbedeckung. Erst später bezeichnete dieser Begriff die Frauen, die an Weiberfastnacht das Regiment in den Städten und Dörfern übernahmen.
Weiberfastnacht
Die Weiberfastnacht, im Rheinland Altweiber genannt, ist für die Möhnen der wichtigste Tag im Jahr. An diesem Tag werden regional sehr unterschiedliche Bräuche gepflegt. In vielen Orten ziehen die Möhnen bereits am frühen Morgen in Verkleidung feiernd und lärmend durch ihren Heimatort, ziehen durch Geschäfte und versperren mitunter Straßen, um von Autofahrern und Passanten Spenden zu erbitten. Nachmittags treffen sich die närrischen Weiber dann häufig in Bürgerhäusern, Sälen und Gaststätten zu Möhnensitzungen. Diese Sitzungen heißen dann "Möhnekaffee" oder "Möhneklatsch".
Dort ist männlichen Personen, unter Ausnahme des Gaststättenpersonals, der Zutritt
bis in die Abendstunden verboten und steht unter närrischen "Strafen" wie z.B. dem Nachhausebringen der Obermöhne oder einer Lokalrunde. Letztere gibt auch jene Möhne, die die einzige im Kuchen versteckte Kaffeebohne findet.
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